Permanent Make-Up: Was steckt technisch dahinter?
Beim Permanent Make-Up (PMU), auch Mikropigmentierung genannt, werden feine Farbpigmente mit einer sehr dünnen Nadel in die Haut eingebracht, um Augenbrauen, Lidstrich oder Lippenkontur dauerhaft zu betonen. Anders als bei einer klassischen Tätowierung gelangen die Pigmente dabei nur in die oberste Schicht der Lederhaut (Dermis) – nicht in tiefere Hautschichten. Auf unserer Themenseite zu Permanent Make-Up sind die gängigen Anwendungsbereiche bereits im Überblick beschrieben, dieser Artikel geht genauer auf Ablauf, Haltbarkeit, Rechtslage und Risiken ein.
PMU vs. Tätowierung: Wo liegt der Unterschied?
Der zentrale Unterschied zwischen PMU und einer klassischen Tätowierung liegt in der Eindringtiefe und der eingesetzten Pigmentmenge. Tattoo-Nadeln dringen deutlich tiefer in die Haut ein und platzieren die Farbe so, dass sie dort dauerhaft verbleiben soll. PMU-Geräte arbeiten dagegen mit geringerer, gleichmäßig kontrollierter Nadeltiefe nur in der obersten Hautschicht. Zusätzlich sind PMU-Pigmente in der Regel geringer konzentriert und speziell darauf ausgelegt, sich mit der Zeit gleichmäßig abzubauen, statt lebenslang sichtbar zu bleiben. Genau deshalb verblasst Permanent Make-Up im Lauf der Zeit, während ein klassisches Tattoo ohne gezielte Entfernung dauerhaft erhalten bleibt.
Eine Sonderform ist das Microblading der Augenbrauen: Hier wird die Farbe manuell mit einer feinen Klingenspitze statt maschinell eingebracht, wodurch feine, haarähnliche Striche entstehen. Weil dabei die Eindringtiefe nicht wie bei einem Gerät technisch einstellbar ist, gilt Microblading als noch oberflächlicher als maschinelles PMU und verblasst entsprechend tendenziell schneller. Mehr zur technischen Umsetzung, den verwendeten Geräten und Verfahren gibt es auf der Techniken-Seite zu Permanent Make-Up.
Typische Anwendungsbereiche
- Augenbrauen: als klassische PMU-Pigmentierung mit dem Gerät oder als manuelles Microblading für einen betont natürlichen, haarstrichartigen Effekt.
- Lidstrich: feine bis kräftigere Linie am Ober- und/oder Unterlid, teils mit leichtem Wimpernkranz-Effekt.
- Lippenkontur und Lippenfarbe: von einer dezenten Konturbetonung bis zu einer vollflächigen, leicht farbauffrischenden Pigmentierung der Lippen.
Wie lange hält Permanent Make-Up?
Wie lange das Ergebnis sichtbar bleibt, hängt stark vom behandelten Bereich, dem individuellen Hauttyp und der Pflege danach ab. In der Praxis wird eine Auffrischung bei Augenbrauen häufig schon nach etwa zwei bis drei Jahren gewünscht, bei Lidstrich und Lippenkontur meist erst nach drei bis fünf Jahren – insgesamt bewegt sich die Haltbarkeit von PMU also grob im Bereich von ein bis fünf Jahren. Faktoren wie fettige Haut, starke Sonneneinstrahlung, häufige Peelings oder bestimmte Pflegewirkstoffe können den Pigmentabbau beschleunigen und die Farbe schneller verblassen lassen.
Rechtliche Einordnung in Deutschland
Rechtlich gelten die für PMU verwendeten Farben in Deutschland als “Mittel zum Tätowieren” und unterliegen damit denselben Vorgaben wie klassische Tattoo-Farben – geregelt in der deutschen Tätowiermittel-Verordnung (TätoV), die bereits seit 2009 in Kraft ist. Sie schreibt unter anderem vor, dass gesundheitlich bedenkliche Farbstoffe wie bestimmte Azofarbstoffe nicht verwendet werden dürfen, und stellt Anforderungen an Kennzeichnung und Herstellungsprozess der Pigmente. Verschärft wurde die Lage zusätzlich durch EU-weite Vorgaben: Seit Anfang 2022 gelten über eine Änderung der europäischen REACH-Verordnung strengere Grenzwerte für zahlreiche Inhaltsstoffe in Tattoo- und PMU-Farben, seit Anfang 2023 sind zusätzlich die zuvor verbreiteten Pigmente Blue 15:3 und Green 7 verboten. In der Praxis bedeutet das: Wer PMU anbietet, muss auf zugelassene, entsprechend gekennzeichnete Pigmente zurückgreifen. Eine bundesweit einheitliche Regelung, wer PMU durchführen darf (etwa eine verpflichtende medizinische Qualifikation), gibt es dagegen nicht in gleicher Form wie bei manchen anderen ästhetischen Verfahren – Interessierte sollten sich vorab aktiv nach Ausbildung, Hygienekonzept und verwendeten Pigmenten der behandelnden Person erkundigen.
Welche Risiken gibt es?
Wie bei jeder Pigmentierung der Haut sind auch bei PMU Nebenwirkungen möglich, auch wenn sie insgesamt selten auftreten:
- Allergische Reaktionen: Einzelne Bestandteile der Pigmente oder auch Betäubungscremes können Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz auslösen. Zertifizierte, den aktuellen EU-Vorgaben entsprechende Farben senken dieses Risiko, schließen es aber nicht vollständig aus.
- Infektionen: Bei unzureichender Hygiene während der Behandlung oder mangelhafter Nachsorge kann es zu Hautinfektionen im behandelten Bereich kommen – ein sauberes, nachvollziehbares Hygienekonzept der Praxis oder des Studios ist deshalb ein wichtiges Auswahlkriterium.
- Farbveränderungen: Da sich die Pigmente über die Zeit durch die natürliche Hauterneuerung abbauen, können sie ihren Farbton verändern, etwa ins Rötliche oder Bläuliche changieren, statt gleichmäßig zu verblassen. Wie ausgeprägt dieser Effekt ausfällt, hängt unter anderem vom verwendeten Pigment und der individuellen Haut ab.
Diese Risiken lassen sich nicht vollständig ausschließen, aber durch eine sorgfältige Auswahl der behandelnden Person, ein ausführliches Vorgespräch und die Verwendung zugelassener, gekennzeichneter Pigmente deutlich reduzieren.
Fazit
Permanent Make-Up ist ein etabliertes, aber nicht folgenloses Verfahren: Die oberflächlichere Pigmentierung im Vergleich zur Tätowierung sorgt zwar dafür, dass das Ergebnis mit der Zeit verblasst, macht es aber nicht automatisch risikofrei. Wer eine Behandlung plant, sollte sich vorab über Pigmente, Hygienestandards und Qualifikation der ausführenden Person informieren, statt allein auf den Preis zu schauen.
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Die Inhalte dieser Seite dienen ausschliesslich der allgemeinen Information ueber aesthetische Behandlungsmethoden und ersetzen keine individuelle aerztliche oder heilkundliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob und welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, kann nur im persoenlichen Gespraech mit einem Arzt, Heilpraktiker oder einer entsprechend qualifizierten Fachkraft geklaert werden.