Digitalisierung erreicht auch ästhetische Praxen
Online-Terminbuchung, digitale Anamnesebögen, Videosprechstunden zur Vorabklärung: Was in Hausarzt- und Facharztpraxen längst zum Alltag gehört, hält zunehmend auch in Praxen für ästhetische Medizin Einzug. Der Grund liegt auf der Hand – Patientinnen und Patienten erwarten inzwischen dieselbe digitale Erreichbarkeit, die sie aus anderen Lebensbereichen kennen, und Praxen wollen Wartezeiten am Telefon und administrativen Aufwand reduzieren.
Terminmanagement: Online-Buchung wird zum Standard
Wie schnell sich digitale Terminvergabe durchsetzt, zeigt eine repräsentative Bitkom-Research-Befragung von Oktober 2025: 64 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren haben demnach schon mindestens einmal einen Arzttermin online vereinbart – 2024 waren es erst 50 Prozent, 2023 sogar nur 36 Prozent. Weitere 16 Prozent können sich eine Online-Buchung grundsätzlich vorstellen, haben es bisher aber noch nicht getan. Genutzt werden dabei vor allem spezialisierte Terminplattformen, aber auch praxiseigene Online-Formulare. Für Praxen, die Beratungs- und Behandlungstermine für Faltenunterspritzung, Hautbehandlungen oder andere ästhetische Leistungen anbieten, bedeutet das: Eine reine Telefonannahme während der Sprechstundenzeiten wird für einen wachsenden Teil der Interessierten zur Zugangshürde, während eine unkomplizierte Online-Buchungsmöglichkeit als selbstverständlich vorausgesetzt wird.
Teleconsultation: sinnvoll für die Vorabklärung, kein Ersatz für die persönliche Untersuchung
Videosprechstunden können ein erstes Informationsgespräch erleichtern – etwa um grundsätzliche Fragen zu Ablauf, Kosten oder Eignung eines Verfahrens zu klären, bevor ein Termin in der Praxis vereinbart wird. Gerade bei injizierbaren Behandlungen wie Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure-Fillern ersetzt eine Videoberatung jedoch nicht die persönliche Untersuchung der Haut- und Gesichtsanatomie vor Ort, auf deren Grundlage über Eignung, Dosierung und Risiken entschieden wird. Sinnvoll eingesetzt, kann Teleconsultation daher vor allem als vorgeschalteter Baustein dienen: für die erste Orientierung, für Rückfragen zur Vorbereitung oder für Nachkontrollen im Heilungsverlauf, während die eigentliche Behandlung und die dafür nötige fachliche Einschätzung weiterhin persönlich vor Ort erfolgen.
Was Praxisteams und Patienten sich von der Digitalisierung wünschen
Der Digital Health Report 2026 von Doctolib, für den das Marktforschungsinstitut YouGov im Sommer 2025 rund 200 Ärztinnen und Ärzte, 210 medizinische Fachangestellte sowie 1.000 Patientinnen und Patienten befragt hat, zeichnet ein differenziertes Bild: 70 Prozent der befragten Patienten empfinden das Tempo der Digitalisierung im Gesundheitswesen als zu langsam, gleichzeitig würden 72 Prozent einen KI-gestützten Terminassistenten nutzen. Auf Praxisseite sehen rund 80 Prozent der Ärztinnen, Ärzte und Fachangestellten digitale Anwendungen grundsätzlich als hilfreich an, betonen aber zugleich, wie wichtig der persönliche Kontakt zu den Patienten bleibt – ein Punkt, der gerade in der ästhetischen Medizin mit ihrem hohen Beratungsanteil viel Gewicht hat. Auch das PraxisBarometer Digitalisierung 2025 der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, für das das IGES Institut rund 1.700 Praxen befragt hat, bestätigt den Trend: Die Zufriedenheit mit bereits etablierten digitalen Anwendungen wie dem elektronischen Rezept (77 Prozent, 2024: 63 Prozent) und der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (78 Prozent, 2024: 69 Prozent) ist spürbar gestiegen.
Fazit: Digitale Tools als Ergänzung, nicht als Ersatz der Beratung
Für Praxen im Bereich ästhetische Medizin lohnt sich der Blick auf diese Entwicklung gleich doppelt: Eine unkomplizierte Online-Terminbuchung senkt die Zugangshürde für Interessierte, während digitale Vorab-Informationen und gegebenenfalls eine kurze Videoberatung den Weg zum persönlichen Beratungsgespräch erleichtern können. Entscheidend bleibt dabei, dass die individuelle Aufklärung und Untersuchung vor einer Behandlung nicht durch Technik ersetzt, sondern durch sie sinnvoll vorbereitet wird.
Sie möchten eine geprüfte Praxis in Ihrer Nähe finden? Hier geht es zur Expertensuche.
Die Inhalte dieser Seite dienen ausschliesslich der allgemeinen Information ueber aesthetische Behandlungsmethoden und ersetzen keine individuelle aerztliche oder heilkundliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Ob und welche Behandlung im Einzelfall geeignet ist, kann nur im persoenlichen Gespraech mit einem Arzt, Heilpraktiker oder einer entsprechend qualifizierten Fachkraft geklaert werden.