Was ist PRP / Vampir-Lifting?

PRP steht für “Platelet-Rich Plasma”, also plättchenreiches Plasma. Bei der Behandlung, die im Volksmund wegen der sichtbaren Blutentnahme auch “Vampir-Lifting” oder “Vampire Facial” genannt wird, wird dem Patienten Blut aus dem Arm entnommen und in einer Zentrifuge aufbereitet. Dabei trennen sich die Blutbestandteile: Es entsteht ein plättchenreiches Plasma, das anschließend ins Gesicht injiziert oder per Microneedling eingearbeitet wird. Bekannt wurde die Methode einer breiten Öffentlichkeit unter anderem 2013, als Kim Kardashian ein Foto der Behandlung veröffentlichte – medizinisch genutzt wird PRP allerdings schon länger, etwa in der Orthopädie und Wundheilung, bevor es in der ästhetischen Medizin populär wurde.

Ablauf der Behandlung

Der Ablauf ist standardisiert: Zunächst wird eine kleine Menge Blut abgenommen, ähnlich wie bei einer normalen Blutuntersuchung. Anschließend wird das Blut in einer Zentrifuge geschleudert, um das plättchenreiche Plasma von roten und weißen Blutkörperchen zu trennen. Das gewonnene Plasma wird danach mit feinen Nadeln in die Haut eingebracht, häufig kombiniert mit Microneedling, bei dem winzige Nadelstiche zusätzliche Mikroverletzungen setzen, die die Wirkstoffaufnahme unterstützen sollen. Da ausschließlich körpereigenes Material verwendet wird, entfällt das Risiko einer allergischen Reaktion auf Fremdstoffe, wie es etwa bei manchen Fillern denkbar ist. Die gesamte Behandlung dauert in der Regel weniger als eine Stunde und wird ambulant durchgeführt.

Wie soll PRP wirken?

Blutplättchen enthalten Wachstumsfaktoren, die im Körper natürlicherweise bei der Wundheilung eine Rolle spielen. Die Annahme hinter dem Vampir-Lifting ist, dass diese Wachstumsfaktoren, in konzentrierter Form in die Haut eingebracht, die körpereigene Kollagen- und Elastinproduktion anregen und die Durchblutung fördern können. In der Theorie soll das zu einer strafferen, gleichmäßigeren Haut mit weniger feinen Linien führen. Wichtig zu wissen: Diese Wirkung setzt nicht sofort ein, sondern baut sich über mehrere Wochen auf, da die Haut Zeit braucht, um auf die Reize mit neuer Kollagenbildung zu reagieren. Meist werden mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen empfohlen, um ein sichtbares Ergebnis zu erzielen.

Was sagt die aktuelle Studienlage?

Die wissenschaftliche Datenlage zu PRP in der Gesichtsverjüngung hat sich in den letzten Jahren verdichtet, ist aber weiterhin uneinheitlich. Eine 2025 in der Fachzeitschrift Aesthetic Surgery Journal Open Forum veröffentlichte Meta-Analyse wertete neun randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 358 Teilnehmenden aus (Literatur bis Dezember 2024 berücksichtigt). Das Ergebnis: PRP-Behandlungen führten zu einer signifikant höheren subjektiven Patientenzufriedenheit im Vergleich zu Kontrollgruppen, ebenso zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil bei objektiv gemessenen Hautparametern. Bei den unerwünschten Nebenwirkungen fand sich hingegen kein signifikanter Unterschied zwischen PRP- und Kontrollgruppen. Eine weitere systematische Übersichtsarbeit aus 2025 (Literaturrecherche im Zeitraum November 2022 bis September 2024, eingeschlossen wurden neun klinische Studien plus zwei Beobachtungsstudien) kam zu einem ähnlichen Bild: Ein Teil der Studien zeigte Verbesserungen bei Falten und Hautstruktur sowie histologische Hinweise auf eine erhöhte Dichte der Lederhaut. Gleichzeitig betonen die Autorinnen und Autoren beider Arbeiten, dass die Studienqualität, die verwendeten PRP-Aufbereitungsprotokolle und die Behandlungsschemata zwischen den einzelnen Untersuchungen stark variieren – weshalb weitere, methodisch einheitlichere Studien nötig sind, um klare Empfehlungen zu Ablauf und Dosierung auszusprechen. Wer sich für die Behandlung interessiert, sollte diese Unsicherheit kennen: PRP gilt als vielversprechend, aber nicht als abschließend durch hochwertige Langzeitstudien belegt.

Risiken und für wen ist PRP geeignet?

Da körpereigenes Material verwendet wird, gilt das Vampir-Lifting im Vergleich zu Behandlungen mit Fremdsubstanzen als risikoarm. Häufigste unerwünschte Wirkungen sind vorübergehende Rötungen, Schwellungen und leichte Blutergüsse an den Einstichstellen, die in der Regel nach wenigen Tagen abklingen. Seltener, aber möglich, sind Infektionen an den Einstichstellen bei unzureichender Hygiene. Nicht geeignet ist die Behandlung unter anderem bei bestehenden Blutgerinnungsstörungen, bestimmten Bluterkrankungen oder während der Einnahme blutverdünnender Medikamente – hier ist eine individuelle ärztliche Abklärung besonders wichtig. Auch die Erwartungshaltung sollte realistisch sein: PRP kann feine Fältchen und den Hautteint verbessern, ersetzt aber keine chirurgischen Lifting-Verfahren oder stärker volumengebende Behandlungen wie Hyaluron-Filler.

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